VPN ohne zweiten Faktor: Ein gestohlenes Passwort reicht
vpn.admin-soehne.example (Fernzugangsportal)
CVSS:3.1/AV:N/AC:H/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:L/A:N
Beschreibung
Das Fernzugangsportal fragt nur Benutzername und Passwort ab. Die Kontosperre greift, Passwörter lassen sich also nicht einfach erraten. Ein Passwort aus einer Phishing-Mail oder einem alten Datenleck einer anderen Website reicht aber, um sich als diese Person anzumelden und Postfach und Abteilungsdateien zu lesen.
Reproduktion
- https://vpn.admin-soehne.example öffnen und mit dem bereitgestellten Testkonto anmelden.
- Der Zugang wird allein nach dem Passwort gewährt, ohne zweiten Schritt.
- Mit der Admin-Person des Kunden die Portaleinstellungen prüfen: Zwei-Faktor-Anmeldung ist verfügbar, aber ausgeschaltet.
Anmeldung mit Testkonto: nur Passwort → „Verbunden“
Portal-Richtlinie: MFA = deaktiviert
Sperre nach 5 Fehlversuchen = aktiviert
Zugriff nach Anmeldung: eigenes Postfach, Abteilungsdateien Geschäftliche Auswirkung
Für sich genommen kein Einbruch, aber es fehlt ein günstiges Sicherheitsnetz am häufigsten Einstiegspunkt. Mit einem gestohlenen Passwort liest ein Angreifer Mails und Dateien einer Person und kann in ihrem Namen Mails versenden. Cyberversicherer und NIS2-Prüfungen verlangen MFA für jeden Fernzugang.
Empfehlung
Zwei-Faktor-Anmeldung für jedes Fernzugangskonto aktivieren, am besten mit Nummernabgleich oder Sicherheitsschlüssel. Die IT bei Anmeldungen aus ungewöhnlichen Ländern alarmieren. Einmal im Jahr prüfen, wer überhaupt Fernzugang braucht.
OWASP Top 10 2021: A07 Identification and Authentication Failures · CWE-308 (Use of Single-factor Authentication) · MITRE ATT&CK T1133 (External Remote Services), T1078 (Valid Accounts)